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Hoch relevant, kaum thematisiert. Bis JETZT!

In der psychosozialen Beratung gilt Öffnung oft als Fortschritt. Themen sollen benannt, Gefühle zugänglich gemacht und innere Räume erkundet werden. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass nicht alles, was da ist, auch bearbeitet werden muss - und dass Öffnung unter bestimmten Bedingungen nicht hilfreich, sondern überfordernd oder sogar gewaltsam sein kann. Dieser Workshop widmet sich der Ethik des Nicht-Öffnens. Er stellt die Frage, wann Zurückhaltung keine Vermeidung ist, sondern professionelle Verantwortung.

Aus polyvagaler Perspektive ist Öffnung kein selbstverständlicher Schritt, sondern ein Zustandswechsel im Nervensystem. Sie wird erst dann möglich, wenn ausreichend Sicherheit, Orientierung und Beziehungserleben vorhanden sind. Nur in einem ventral-vagal geprägten Zustand können Inhalte wahrgenommen, reflektiert und integriert werden.

Fehlen diese Voraussetzungen, reagiert das Nervensystem mit Schutz. In Zuständen erhöhter sympathischer Aktivierung oder dorso-vagaler Rückzugsreaktionen bedeutet Öffnung keine Verarbeitung, sondern Überforderung. Inhalte werden aktiviert, ohne integriert werden zu können, was Stress und bestehende Schutzmechanismen verstärkt.

Die Ethik des Nicht-Öffnens berücksichtigt diese neurobiologische Realität. Sie versteht Zurückhaltung nicht als Vermeidung, sondern als verantwortungsvolle Prozessgestaltung. Nicht alles, was sichtbar wird, ist im Moment bearbeitbar. Indem Prozesse bewusst geschlossen gehalten werden, kann Beziehung stabilisiert und Co-Regulation ermöglicht werden. Erst daraus entsteht die Voraussetzung für spätere Öffnung – getragen von Sicherheit, Timing und Verlässlichkeit.

  • Reflexion der Ethik des Nicht-Öffnens in der psychosozialen Beratung
  • Einordnung von Öffnung als nervensystemischen Zustandswechsel
  • Erkennen von Überforderung durch verfrühte oder unpassende Öffnung
  • Zurückhaltung als verantwortungsvolle Form der Prozessgestaltung
  • Stabilisierung von Beziehung und Co-Regulation durch bewusstes Nicht-Öffnen

imageTeilnehmende erhalten bei dieser Veranstaltung eine Supervisionsbestätigung im Umfang von insgesamt 5 Einheiten. Nähere Infos


Bei ausgewählten Angeboten erhalten Teilnehmende eine Supervisionsbestätigung, die für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung in vollem Umfang anrechenbar ist. Dies ist dann möglich, wenn didaktisch geplant und strukturiert mit der psychosozialen Beratungspraxis sowie mit dem Curriculum der LSB-Ausbildung verschränkt gearbeitet wird und die Reflexion beruflicher Erfahrungen der Teilnehmenden im Fokus steht. Im Sinne der Ausbildungssupervision werden dabei Methoden, Interventionen und professionelle Haltungen an realer Praxis vertieft und reflektiert.

Die Veranstaltung findet in diesem Fall im geschützten, supervisorischen Rahmen statt und wird von einer ausbildungsberechtigten Person gemäß BGBl. geleitet. Die Ausrichtung folgt dem fachlichen Verständnis von Supervision als professionsbezogenem Reflexionsprozess (vgl. u.a. Rappe-Giesecke: Supervision für Gruppen und Teams, Springer Verlag, 2009).


Termin: Dienstag, 15.09.2026 | 16 bis 20 Uhr
Location: Zoom (Link kommt kurz vor der Veranstaltung)
Supervisorin: Antje Goldgruber-Hantinger
Preis: € 80,- pro Person

Verbindliche Anmeldung - Die Ethik des Nicht-Öffnens

Stornobedingungen: Ich akzeptiere folgende Stornobedingungen: Bei einer Absage bis 7 Tage vor der Veranstaltung werden 50%, innerhalb von 7 Tagen 100% der Kosten verrechnet.
Datenschutz: Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiert.
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