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Eisbaden, Kälte, Push-Methoden - Vorsicht!

Wenn es sich nur kurz gut anfühlt, war es wahrscheinlich Adrenalin. Eisbaden, Kältetraining und andere „Stress-Tools“ werden aktuell massiv als Selbstfürsorge verkauft. Sie werden derzeit als Abkürzung zu Stärke, Klarheit und Selbstregulation gefeiert. Breathwork-Formen, Positivity-Trends, Push-Mentalität (Mind over Body) usw. Sie alle erzeugen Fokus, Wachheit, ein Gefühl von Kontrolle. Was dabei oft übersehen wird: Dieses Erleben ist häufig Aktivierung, nicht Regulation.

In diesem Termin geht es darum, genau hinzuschauen, was solche Methoden im weiblichen Nervensystem auslösen. Frauenkörper reagieren auf Stress nicht linear. Zyklus, Hormonsystem und bestehende Dauerbelastung verändern, wie Aktivierung verarbeitet wird. Was kurzfristig als „Power“ erlebt wird, kann später zu Erschöpfung, innerer Unruhe oder emotionalem Abfall führen - ohne dass der Zusammenhang erkannt wird.

Der Eisraum lädt dazu ein, gängige Selbstfürsorge-Narrative zu hinterfragen. Nicht mit Verboten, sondern mit Orientierung. Wir unterscheiden zwischen Reiz und Regulation, zwischen Überwindung und echter Entlastung. Ziel ist es, ein klares Gespür dafür zu bekommen, wann ein Nervensystem Stimulation braucht und wann es Schutz, Wärme und eine gesunde Abkühlung benötigt.

Dieser Termin schafft Orientierung im Dschungel der Social-Media-Methoden und hilft, zwischen kurzfristigem Kick und echter Regulation zu unterscheiden.

Dieser Raum richtet sich ausschließlich an Frauen. Mehr dazu


Unterschiede in der Stressreaktion von Frauen und Männern sind gut erforscht. Neben der klassischen Kampf-/Fluchtreaktion beschreibt die Stressforschung bei Frauen häufiger eine bindungsorientierte Antwort, bekannt als „tend and befriend“. Dieses Konzept wurde u. a. von Shelley Taylor entwickelt und beschreibt, dass Frauen unter Stress eher Beziehung, Nähe und soziale Abstimmung suchen, statt Stress unmittelbar über Handlung oder Rückzug zu entladen. Neurobiologisch spielen dabei neben der Aktivierung des Sympathikus auch Oxytocin-vermittelte Prozesse eine stärkere Rolle. Diese fördern Bindung und Koregulation, können jedoch dazu führen, dass Aktivierung länger im Körper gebunden bleibt. Stress wird dadurch häufiger internalisiert statt externalisiert.

Nervensysteme reagieren also nicht geschlechtsneutral! Diese Unterschiede sind keine Charakterfragen, sondern Ausdruck unterschiedlicher Nervensystemstrategien, die sich aus Biologie, Hormonsystem und Sozialisation entwickeln. Daraus ergibt sich die fachliche Notwendigkeit, Nervensystemarbeit für Frauen differenziert und in eigenen Räumen anzubieten.

Frauen- und Männerkörper sind also hormonell, sozial und evolutionär unterschiedlich organisiert. Viele Methoden, die aktuell in sozialen Medien als „regulierend“ oder „stärkend“ propagiert werden, orientieren sich an männlichen Stress- und Belastungsprofilen und wirken bei Frauen oft ganz anders als versprochen.

Frauen leben in zyklischen Körpern. Ihr Nervensystem ist enger mit Beziehung, Bindung und Rhythmus verschaltet. Was für Männer aktivierend und stabilisierend sein kann, führt bei Frauen nicht selten zu Überforderung, Erschöpfung oder innerem Rückzug - oft zeitverzögert, oft unerkannt.

Diese Reihe schafft einen geschützten Raum für Frauen, in dem Nervensystemarbeit nicht leistungsorientiert gedacht wird, sondern körperlich, relational und realistisch. Es geht nicht um Optimierung, Überwindung oder Durchhalten. Es geht um Orientierung, Entlastung und ein tieferes Verständnis dafür, wie weibliche Nervensysteme tatsächlich funktionieren.

Der Frauenraum ermöglicht, sich nicht anzupassen, nicht zu vergleichen und nicht zu regulieren, während man andere hält. Hier darf das eigene Nervensystem im Mittelpunkt stehen. Und natürlich Räume aus dem Buch „Der Nachtzirkus“.

  • Geschlechtsspezifische Unterschiede in Stress- und Nervensystemreaktionen
  • Bindungsorientierte Stressverarbeitung („tend and befriend“)
  • Neurobiologische Grundlagen weiblicher Stressverarbeitung
  • Grenzen allgemein verbreiteter Regulationsmethoden
  • Differenzierte Nervensystemarbeit für Frauen

imageBei dieser Veranstaltung werden den Teilnehmenden insgesamt 5 Einheiten Gruppenselbsterfahrung bestätigt. Nähere Infos


Bei ausgewählten Angeboten handelt es sich um Gruppenselbsterfahrung im Kontext der Lebens- und Sozialberatung. Eine Anrechnung ist dann möglich, wenn die Veranstaltung als Selbsterfahrungsprozess konzipiert ist, in dem persönliche Wahrnehmung, Selbstexploration sowie die Reflexion eigener Haltungen und Muster im Vordergrund stehen. Die Arbeit erfolgt in einem geschützten Rahmen und wird von einer fachlich geeigneten, zur Leitung von Selbsterfahrung berechtigten Person gemäß BGBl. II Nr. 116/2022 begleitet.

Zur Kompensation von Fehlzeiten im Bereich der Gruppenselbsterfahrung: Validierbar durch den Ausbildungsträger entsprechend den Anforderungen des BGBl. II Nr. 116/2022, Modul XII lit. f.

Für die individuelle Befähigung: Anrechenbar als Gruppenselbsterfahrung für alle, die am Weg zur individuellen Gewerbeberechtigung sind. Unsere Gruppenselbsterfahrung entspricht in vollem Umfang den Erfordernissen des BGBl. II Nr. 116/2022 § 2.

Für die eigene Ausbildungsberechtigung: Anrechenbar gemäß BGBl. II Nr. 116/2022 § 3 Abs. 6 zur Erlangung der Ausbildungsberechtigung für Selbsterfahrung (relevant für alle, die zukünftig Gruppen- oder Einzel-Selbsterfahrung für LSB i.A.u.S. anbieten wollen.) Hinweis: für Angebote an „LSB neu“ sind zusätzlich mind. fünf Jahre aufrechtes LSB-Gewerbe sowie 100 Stunden eigene Selbsterfahrung erforderlich, für Angebote an „LSB alt“ 130 Stunden eigene Selbsterfahrung zusätzlich zur LSB-Ausbildung und ein aufrechtes LSB-Gewerbe.


Termin: Montag, 09.03.2026 | 16 bis 20 Uhr
Leitung: Antje Goldgruber-Hantinger
Preise:
Vor-Ort-Teilnahme: € 80,- pro Person
Online-Teilnahme: € 50,- pro Person

Verbindliche Anmeldung - Der Eisgarten

Stornobedingungen: Ich akzeptiere folgende Stornobedingungen: Bei einer Absage bis 7 Tage vor der Veranstaltung werden 50%, innerhalb von 7 Tagen 100% der Kosten verrechnet.
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