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Frauen, ihre Erfindungen und was das mit dir zu tun hat

In diesem Termin richten wir den Blick zurück, um das Heute zu verstehen. Viele Errungenschaften, Ideen und Entwicklungen, die unser Leben prägen, stammen von Frauen und wurden ihnen genommen, umbenannt oder von Männern als eigene Leistung etabliert. Ein bekanntes Beispiel ist das Spiel Monopoly, ursprünglich von einer Frau entwickelt, deren Idee enteignet und neu erzählt wurde. Was? Wie? Ja! Erst spät wurde bekannt, dass „Monopoly“ Anfang des 20. Jahrhunderts von einer Frau namens Elizabeth Magie erfunden wurde. Sie entwickelte das Spiel als kooperatives, sozialkritisches Schulungsobjekt. Monopoly steht wie kein anderes Gesellschaftsspiel für den Kapitalismus. Alle versuchen ihren Gewinn zu maximieren. Wer am Ende das namensgebende Monopol aufgebaut hat, geht als Sieger vom Tisch. Dabei war das gar nicht im Sinne der Erfinderin. Monopoly wurde also von Elizabeth Magie erfunden – als Kritik am Kapitalismus. Ihre Idee wurde von einem Mann übernommen, umgedeutet und vermarktet. Sie erhielt kaum Anerkennung, die ursprüngliche Botschaft wurde ins Gegenteil verkehrt. Und es ist kein Einzelfall.

Wir schauen auf Frauen in der Geschichte, auf ihre Beiträge in Wissenschaft, Technik, Medizin, Kunst und Alltag. Auf Mythen, die entstanden sind, um diese Leistungen unsichtbar zu machen, und auf Narrative, die sich bis heute halten. Nicht, um Schuld zuzuweisen, sondern um aufzuklären. Um verdrängte, oft traurige und berührende Wahrheiten sichtbar zu machen.

Entscheidend ist dabei die Frage: Was macht das mit weiblichen Nervensystemen? Was bedeutet es, wenn Leistung, Kreativität und Wirksamkeit über Generationen nicht anerkannt wurden? Wie wirkt sich das auf Selbstwert, Anspruch, Sichtbarkeit und das Gefühl aus, Raum einnehmen zu dürfen? Und warum fällt es vielen Frauen bis heute schwer, die eigene Kompetenz als selbstverständlich zu erleben?

Dieser Termin verbindet historische Aufklärung mit persönlicher Bedeutung. Er zeigt, dass vieles, was Frauen heute als „Unsicherheit“ oder „Zurückhaltung“ erleben, keine individuelle Schwäche ist, sondern eine logisch erlernte Antwort auf kollektive Erfahrungen. Ziel ist ein neues Verständnis dafür, warum es Mut braucht, sichtbar zu sein - und warum dieser Mut nichts mit Persönlichkeit, sondern viel mit Geschichte zu tun hat.

Dieser Raum richtet sich ausschließlich an Frauen. Mehr dazu


Unterschiede in der Stressreaktion von Frauen und Männern sind gut erforscht. Neben der klassischen Kampf-/Fluchtreaktion beschreibt die Stressforschung bei Frauen häufiger eine bindungsorientierte Antwort, bekannt als „tend and befriend“. Dieses Konzept wurde u. a. von Shelley Taylor entwickelt und beschreibt, dass Frauen unter Stress eher Beziehung, Nähe und soziale Abstimmung suchen, statt Stress unmittelbar über Handlung oder Rückzug zu entladen. Neurobiologisch spielen dabei neben der Aktivierung des Sympathikus auch Oxytocin-vermittelte Prozesse eine stärkere Rolle. Diese fördern Bindung und Koregulation, können jedoch dazu führen, dass Aktivierung länger im Körper gebunden bleibt. Stress wird dadurch häufiger internalisiert statt externalisiert.

Nervensysteme reagieren also nicht geschlechtsneutral! Diese Unterschiede sind keine Charakterfragen, sondern Ausdruck unterschiedlicher Nervensystemstrategien, die sich aus Biologie, Hormonsystem und Sozialisation entwickeln. Daraus ergibt sich die fachliche Notwendigkeit, Nervensystemarbeit für Frauen differenziert und in eigenen Räumen anzubieten.

Frauen- und Männerkörper sind also hormonell, sozial und evolutionär unterschiedlich organisiert. Viele Methoden, die aktuell in sozialen Medien als „regulierend“ oder „stärkend“ propagiert werden, orientieren sich an männlichen Stress- und Belastungsprofilen und wirken bei Frauen oft ganz anders als versprochen.

Frauen leben in zyklischen Körpern. Ihr Nervensystem ist enger mit Beziehung, Bindung und Rhythmus verschaltet. Was für Männer aktivierend und stabilisierend sein kann, führt bei Frauen nicht selten zu Überforderung, Erschöpfung oder innerem Rückzug - oft zeitverzögert, oft unerkannt.

Diese Reihe schafft einen geschützten Raum für Frauen, in dem Nervensystemarbeit nicht leistungsorientiert gedacht wird, sondern körperlich, relational und realistisch. Es geht nicht um Optimierung, Überwindung oder Durchhalten. Es geht um Orientierung, Entlastung und ein tieferes Verständnis dafür, wie weibliche Nervensysteme tatsächlich funktionieren.

Der Frauenraum ermöglicht, sich nicht anzupassen, nicht zu vergleichen und nicht zu regulieren, während man andere hält. Hier darf das eigene Nervensystem im Mittelpunkt stehen. Und natürlich Räume aus dem Buch „Der Nachtzirkus“.

  • Historische Aufarbeitung weiblicher Leistungen und ihrer Unsichtbarmachung
  • Analyse von Mythen und Narrativen zur Aneignung weiblicher Beiträge
  • Reflexion der Auswirkungen historischer Aberkennung auf weibliche Nervensysteme
  • Einordnung heutiger Unsicherheiten im Kontext kollektiver Erfahrungen
  • Verbindung von historischer Perspektive und persönlicher Bedeutungsgebung

imageBei dieser Veranstaltung werden den Teilnehmenden insgesamt 5 Einheiten Gruppenselbsterfahrung bestätigt. Nähere Infos


Bei ausgewählten Angeboten handelt es sich um Gruppenselbsterfahrung im Kontext der Lebens- und Sozialberatung. Eine Anrechnung ist dann möglich, wenn die Veranstaltung als Selbsterfahrungsprozess konzipiert ist, in dem persönliche Wahrnehmung, Selbstexploration sowie die Reflexion eigener Haltungen und Muster im Vordergrund stehen. Die Arbeit erfolgt in einem geschützten Rahmen und wird von einer fachlich geeigneten, zur Leitung von Selbsterfahrung berechtigten Person gemäß BGBl. II Nr. 116/2022 begleitet.

Zur Kompensation von Fehlzeiten im Bereich der Gruppenselbsterfahrung: Validierbar durch den Ausbildungsträger entsprechend den Anforderungen des BGBl. II Nr. 116/2022, Modul XII lit. f.

Für die individuelle Befähigung: Anrechenbar als Gruppenselbsterfahrung für alle, die am Weg zur individuellen Gewerbeberechtigung sind. Unsere Gruppenselbsterfahrung entspricht in vollem Umfang den Erfordernissen des BGBl. II Nr. 116/2022 § 2.

Für die eigene Ausbildungsberechtigung: Anrechenbar gemäß BGBl. II Nr. 116/2022 § 3 Abs. 6 zur Erlangung der Ausbildungsberechtigung für Selbsterfahrung (relevant für alle, die zukünftig Gruppen- oder Einzel-Selbsterfahrung für LSB i.A.u.S. anbieten wollen.) Hinweis: für Angebote an „LSB neu“ sind zusätzlich mind. fünf Jahre aufrechtes LSB-Gewerbe sowie 100 Stunden eigene Selbsterfahrung erforderlich, für Angebote an „LSB alt“ 130 Stunden eigene Selbsterfahrung zusätzlich zur LSB-Ausbildung und ein aufrechtes LSB-Gewerbe.


Termin: Montag, 22.06.2026 | 16 bis 20 Uhr
Leitung: Antje Goldgruber-Hantinger
Preise:
Vor-Ort-Teilnahme: € 80,- pro Person
Online-Teilnahme: € 50,- pro Person

Verbindliche Anmeldung - Die Höhle der Stimmen

Stornobedingungen: Ich akzeptiere folgende Stornobedingungen: Bei einer Absage bis 7 Tage vor der Veranstaltung werden 50%, innerhalb von 7 Tagen 100% der Kosten verrechnet.
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