Dein Zyklus ist kein Hindernis - er ist Information. Der weibliche Körper funktioniert nicht gleichmäßig. Belastbarkeit, Energie, emotionale Offenheit und Stressverarbeitung verändern sich zyklisch - hormonell, körperlich und nervensystemisch. Trotzdem orientieren sich viele Frauen an linearen Leistungsmodellen: konstant verfügbar sein, gleich leistungsfähig bleiben, unabhängig von inneren Zuständen. Bitte! Wie anstrengend ist das! Und wie wenig sprechen wir darüber! Vielleicht spricht man darüber kaum, weil lineare Belastbarkeit die Grundlage unserer Arbeits-, Leistungs- und Bewertungssysteme ist. Zyklische Körper stören diese Logik. Sie lassen sich schlechter planen, vergleichen und normieren. Statt das System anzupassen, wurden über Generationen Frauen angepasst - durch Schweigen, Durchhalten und Individualisierung von Überforderung.
Hinzu kommt: Was lange als „privat“, „weiblich“ oder „hormonell“ galt, wurde lange als nicht fachlich relevant betrachtet. Wissen über Zyklus, nervensystemische Schwankungen und relationale Belastung wurde marginalisiert. So wurde aus strukturellem Nicht-Passen ein persönliches Problem gemacht.
In diesem Termin geht es um zyklische Nervensystemdynamiken, um Phasen unterschiedlicher Belastbarkeit und um die Frage, warum viele Frauen sich permanent überfordern und dabei versuchen, „alles richtig machen“. Zyklische Unterschiede sind kein Störfaktor, sondern ein zentrales Orientierungssystem. Wer sie ignoriert, arbeitet gegen den eigenen Körper. Wer sie ernst nimmt, kann Regulation gezielt anpassen und Überforderung frühzeitig erkennen - bevor sie sich im Nervensystem festsetzt.
In diesem Termin beschäftigen wir uns mit zyklischen Nervensystemdynamiken und der Frage, warum Überforderung bei Frauen so häufig entsteht. Wir schauen darauf, wie unterschiedliche Phasen unterschiedliche Formen von Regulation brauchen, warum Selbstüberforderung oft kein persönliches Versagen ist und wie gesellschaftliche Erwartungen dazu beitragen, dass Körpersignale ignoriert werden.
Dieser Raum richtet sich ausschließlich an Frauen. Mehr dazu
Unterschiede in der Stressreaktion von Frauen und Männern sind gut erforscht. Neben der klassischen Kampf-/Fluchtreaktion beschreibt die Stressforschung bei Frauen häufiger eine bindungsorientierte Antwort, bekannt als „tend and befriend“. Dieses Konzept wurde u. a. von Shelley Taylor entwickelt und beschreibt, dass Frauen unter Stress eher Beziehung, Nähe und soziale Abstimmung suchen, statt Stress unmittelbar über Handlung oder Rückzug zu entladen.
Neurobiologisch spielen dabei neben der Aktivierung des Sympathikus auch Oxytocin-vermittelte Prozesse eine stärkere Rolle. Diese fördern Bindung und Koregulation, können jedoch dazu führen, dass Aktivierung länger im Körper gebunden bleibt. Stress wird dadurch häufiger internalisiert statt externalisiert.
Nervensysteme reagieren also nicht geschlechtsneutral! Diese Unterschiede sind keine Charakterfragen, sondern Ausdruck unterschiedlicher Nervensystemstrategien, die sich aus Biologie, Hormonsystem und Sozialisation entwickeln. Daraus ergibt sich die fachliche Notwendigkeit, Nervensystemarbeit für Frauen differenziert und in eigenen Räumen anzubieten.
Frauen- und Männerkörper sind also hormonell, sozial und evolutionär unterschiedlich organisiert. Viele Methoden, die aktuell in sozialen Medien als „regulierend“ oder „stärkend“ propagiert werden, orientieren sich an männlichen Stress- und Belastungsprofilen und wirken bei Frauen oft ganz anders als versprochen.
Frauen leben in zyklischen Körpern. Ihr Nervensystem ist enger mit Beziehung, Bindung und Rhythmus verschaltet. Was für Männer aktivierend und stabilisierend sein kann, führt bei Frauen nicht selten zu Überforderung, Erschöpfung oder innerem Rückzug - oft zeitverzögert, oft unerkannt.
Diese Reihe schafft einen geschützten Raum für Frauen, in dem Nervensystemarbeit nicht leistungsorientiert gedacht wird, sondern körperlich, relational und realistisch. Es geht nicht um Optimierung, Überwindung oder Durchhalten. Es geht um Orientierung, Entlastung und ein tieferes Verständnis dafür, wie weibliche Nervensysteme tatsächlich funktionieren.
Der Frauenraum ermöglicht, sich nicht anzupassen, nicht zu vergleichen und nicht zu regulieren, während man andere hält. Hier darf das eigene Nervensystem im Mittelpunkt stehen. Und natürlich Räume aus dem Buch „Der Nachtzirkus“.
Bei dieser Veranstaltung werden den Teilnehmenden insgesamt 5 Einheiten Gruppenselbsterfahrung bestätigt. Nähere Infos
Bei ausgewählten Angeboten handelt es sich um Gruppenselbsterfahrung im Kontext der Lebens- und Sozialberatung. Eine Anrechnung ist dann möglich, wenn die
Veranstaltung als Selbsterfahrungsprozess konzipiert ist, in dem persönliche Wahrnehmung, Selbstexploration sowie die Reflexion eigener Haltungen und Muster im
Vordergrund stehen. Die Arbeit erfolgt in einem geschützten Rahmen und wird von einer fachlich geeigneten, zur Leitung von Selbsterfahrung berechtigten Person
gemäß BGBl. II Nr. 116/2022 begleitet.
Zur Kompensation von Fehlzeiten im Bereich der Gruppenselbsterfahrung: Validierbar durch den Ausbildungsträger entsprechend den Anforderungen des BGBl. II Nr. 116/2022, Modul XII lit. f.
Für die individuelle Befähigung: Anrechenbar als Gruppenselbsterfahrung für alle, die am Weg zur individuellen Gewerbeberechtigung sind. Unsere
Gruppenselbsterfahrung entspricht in vollem Umfang den Erfordernissen des BGBl. II Nr. 116/2022 § 2.
Für die eigene Ausbildungsberechtigung: Anrechenbar gemäß BGBl. II Nr. 116/2022 § 3 Abs. 6 zur Erlangung der Ausbildungsberechtigung für Selbsterfahrung
(relevant für alle, die zukünftig Gruppen- oder Einzel-Selbsterfahrung für LSB i.A.u.S. anbieten wollen.)
Hinweis: für Angebote an „LSB neu“ sind zusätzlich mind. fünf Jahre aufrechtes LSB-Gewerbe sowie 100 Stunden eigene Selbsterfahrung erforderlich,
für Angebote an „LSB alt“ 130 Stunden eigene Selbsterfahrung zusätzlich zur LSB-Ausbildung und ein aufrechtes LSB-Gewerbe.
Termin: Donnerstag, 03.12.2026 | 16 bis 20 Uhr
Leitung: Antje Goldgruber-Hantinger
Preise:
Vor-Ort-Teilnahme: € 80,- pro Person
Online-Teilnahme: € 50,- pro Person
Registrierte Marken und Designs (alle Rechte vorbehalten):
LSB STUDIO, LANDEZONE, HANTINGER, FREAKWERK, MENTAL-HEALTH-COACH
A Mindful Statement, Textschnipsel, Fallwerkstatt, High-End-Training, Studioqualität, Studio-Werkstatt, Explore your Future,
Kintsugi-Art, Neuro-Lines, #sogehtlernen, Mastermind(ful) Board, Glimmer am Abend, Systemische Zauberkunst, Click & Learn, Zauberhafte Impulse inkl. Trainingsdesigns der Jahresthemen, Importrait, Kunst & Frühstück